Aus den 25 Gläsern, die eingereicht worden sind, stechen drei mit politischem Inhalt hervor. Und (zufällig?) ist in allen drei die Farbe rot deutlich wahrnehmbar. Was erzählen diese Gläser?
Nr. 00
In Gläsern werden Lebensmittel konserviert. Der Aufkleber in diesem Glas hat die Aufschrift „Eat the Rich“. Die Frage stellt sich, wie können die Hungernden dieser Welt ihren gerechten Anteil am Essen holen und mit welchem Besteck? Auf jeden Fall könnte der Spruch die Umkehr vom Brecht’schen Satz aus der Dreigroschenoper sein: „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral!“ Und, im Gegensatz zum Glas 15 wurde dieser Aufkleber vom Einreicher ganz bewusst ins Glas platziert.
Nr. 15
Zufallsfund am Wegesrand der Fahrradtrasse zwischen Wissenschaftspark und Gesamtschule in Ückendorf. Viele Fragen wirft dieser Beitrag auf. Der Aufkleber „White Lives Matter“ wurde von Unbekannt an einen Laternenpfahl angebracht und von anderem Unbekannt wieder abgerissen. Ein Rest ist noch haften geblieben das größere klebt jetzt auf einem zerknüllten (roten!) Hundekotbeutel. Sind diese beiden Stücke mit Absicht zusammengebracht worden, oder haben sie zufällig durch Wind und Wetter zueinander gefunden? Ob im Beutel je Kot war, ist nicht ersichtlich und wurde weder von der Einreicherin, die den Beutel ins Glas legte, noch von mir genauer erforscht. Wir lassen den Deckel lieber zu!
Nr. 17
Zufallsfund am Ausstellungstag der Mitmachaktion: Ein unscheinbarer weggeorfener Flaschenverschluss aus rotem Plastik liegt mit der Oberseite nach unten. Ob er einen Schriftzug oder ein Logo auf der Oberseite trägt, ist nicht zu erkennen. Der Deckel kann auch nicht durch den Glasboden betrachtet werden, denn es ist durch ein Stück Papierverdeckt, auf dem die Finderin folgende Aufforderung geschrieben hat: „Die Dinge von der anderen Seite sehen.“
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Of the 25 jars handed in three are notable for their political content. And (by coincidence?) the colour red is conspicuous in each. What's their message?
Jar no. 00
Food is preserved in jars. The sticker in this jar reads "eat the rich", quoted from an Aerosmith lyric. The question is, how can the starving in the world gain access to their fair portion
of food? The message brings a quotation from Brecht's Threepenny Opera to mind, albeit with a shift of emphasis: „Grub first, then ethics!“ And, in contrast to the next jar number 15, the sticker
is the donator's own.
Jar no. 15
A chance find by the wayside on the cycle path between the technology park and the comprehensive school in Gelsenkirchen-Ückendorf. The sticker „White Lives Matter“ was stuck to a lamp-post by one unknown person and then removed by another. A scrap of the torn-off sticker has remained on the street light, the larger fragment is now stuck to a crumpled (red!) dog waste bag. Were these stuck together deliberately or did wind or storm unite them? Whether the plastic bag was ever used to scoop up a dog's heap is not apparent and neither the finder nor myself have examined the matter more closely. Let us keep the lid tightly screwed on! The sticker has found its proper place.
Jar no. 17
The content of this jar was found by chance in the street on the day of the interactive exhibition. An unspectacular red bottle-top has been placed upside down in the jar. Any logo or writing is thus hidden from view, in addition it isn't possible to look through the glass bottom since the bottle-top rests on a piece of white paper. The jar bears the inscription "Look at things from the other side." The red top was found near the entrance to the law courts.



